Behandlungsfälle in der Endodontie

Im Folgenden möchten wir Ihnen zeigen, was heute in der Endodontie möglich ist. Vereiterte Wurzelspitzen schmerzen wie viele andere Erkrankungen des Körpers meistens nicht, belasten aber trotzdem den Körper. Eine Therapie sollte unbedingt erfolgen.

Die folgenden Fälle zeigen die Röntgenbilder von Patienten mit vereiterten Wurzelspitzen (der dunkle Fleck an der Wurzelspitze). Das linke Bild zeigt immer den Ausgangsbefund mit roten Pfeilen, welche die Ausdehnung der Vereiterung im Kiefer anzeigen. Das mittlere Bild zeigt gereinigten und abgefüllten Zahn direkt nach der Behandlung. Das rechte Bild die Röntgenkontrolle nach 6 Monaten mit der Ausheilung.

Fall 1
Fall 2
Fall 3
Fall 4
Fall 5
Fall 6
Fall 7
Fall 8
Fall 9
Fall 10
Fall 11
Fall 12

Die folgenden Fälle zeigen die Röntgenbilder von  Patienten mit vereiterten Wurzelspitzen (die dunklen Flecken an der Wurzelspitze) nach einer misslungenen Erstbehandlung. Das linke Bild zeigt bei jedem Fall den Ausgangsbefund, die roten Pfeile die Ausdehnung der Entzündung. Das mittlere Bild zeigt den Zustand direkt nach der Reinigung, Desinfektion und dem Abfüllen. Das rechte Bild zeigt dann die Röntgenkontrolle nach Monaten mit der Ausheilung der Erkrankung.

Fall 1
Fall 2
Fall 3
Fall 4
Fall 5
Fall 6
Fall 7
Fall 8

In den folgenden Fällen hatten die Zähne trotz einer Wurzelkanalbehandlung oder einer herkömmlichen Wurzelspitzenresektion weiterhin eine Vereiterung an der Wurzelspitze (rote Pfeile um dunkle Flecken im ersten Bild links). Es wurde in diesen Fällen eine Mikrochirurgische Wurzelspitzenresektion angeraten und vorgenommen.

Das zweite Bild von links stellt nachgezeichnet die Befunde des linken Röntgenbilds dar:
Grün: Rand der behandelten Wurzel
Gelb: dichter Komposit-Verschluss der Wurzelkanal-Eingänge
Rosa: vorhandene Wurzelfüllung
Dunkelbau: Metallstift in der Wurzel
Rot: Vereiterung an der Wurzelspitze
Rot-Orange: Kieferzyste

Das dritte Bild zeigt nachgezeichnet den Blick während des Eingriffs über einen Mikrospiegel durch das Mikroskop auf die resezierte Wurzelspitze:
Rosa: vorhandene Wurzelfüllung
Bau: nicht behandelte infizierte Hohlräume

Es wird sichtbar, warum die Entzündung nicht wegging. Wenn zwei  Kanäle in der Wurzel vorhanden sind, ist meistens eine unbehandelte bakteriell infizierte Verbindung verantwortlich, ein sogenannter Isthmus (blaue Strukturen). Dieser Isthmus ist im Bereich der Wurzelspitze durch eine Wurzelkanalbehandlung nur schwer oder nicht zu reinigen. Ist nur ein Kanal in der Wurzel vorhanden,  ist die Füllung entweder zu kurz oder undicht.

Die infizierten Hohlräume und die Kanäle wurden per Ultraschallspitze unter dem Mikroskop gereinigt und dann mit einem Spezialfüllmaterial verschlossen.

Die Röntgenbilder rechts zeigen die ausgeheilten Befunde nach ein paar Monaten.

Fall1 - undichte alte Wurzelfüllung
Fall2 - zu kurze alte Füllung und Isthmus
Fall 3 - Isthmus
Fall4 - Isthmus
Fall 5 - Isthmus
Fall 6 - dichte Wurzelfüllung, aber große Kieferzyste

Der Patient stellte sich bei uns mit Beschwerden am ersten oberen linken Backenzahn vor. Er gab an, dass an dem Zahn vor längerer Zeit eine Wurzelkanalbehandlung vorgenommen worden war. Das Röntgenbild zeigt den Zahn mit nicht ganz bis zur Wurzelspitze reichenden Wurzelfüllungen und einer großen Vereiterung (rot markiert) an der vorderen Wurzel (blau markiert). Da die vordere Wurzel in 93 Prozent der Fälle zwei Kanäle hat, bestand der Verdacht auf ein unbehandeltes Kanalsystem. In unbehandelten Hohlräumen sitzen Bakterien, die der Körper nicht beseitigen kann und die sich ständig vermehren. Deshalb vermutlich auch die große Entzündung an der Wurzelspitze.

Die effektivste Therapie ist die komplette Neubehandlung des Zahns unter dem Mikroskop mit gründlicher Reinigung, Desinfektion und Neuabfüllung aller Hohlräume im Zahn.

Als erstes muss der Zahn mit einer schonenden Haltevorrichtung und einen Spanngummi isoliert werden. Nur so können effektive Spüllösungen zur Desinfektion angewendet werden, ohne das sie versehentlich in den Mund gelangen.

Werfen wir nun per Mikroskop einen Blick in den Zahn auf den Eingang zur vorderen Wurzel (obere Struktur). Die bereits behandelten Kanaleingänge sind  freigeräumt. Wir sehen Wurzelfüllmaterial (rosa) und erhärtete Wurzelfüllpaste (weiß).

Oben links sehen wir einen bisher nicht entfernten Überstand an Zahnsubstanz, unter dem sich ein unbehandelter Kanal verstecken könnte. Der rote Punkt zeigt die vermutete Position.

Es wird gezielt vorsichtig Zahnsubstanz abgetragen, gespült und kontrolliert....

...bis sich der Eingang des zusätzlichen Kanals darstellt.

Nach Darstellung aller Kanaleingänge werden diese erweitert und das alte Wurzelfüllmaterial schon mal so gut es geht entfernt. Anschließend muss ermittelt werden, wie lang die Kanäle jeweils sind. Die Reinigung der Kanäle soll vollständig und damit genau bis zum Ende der Wurzel erfolgen.

Deshalb wird direkt im Zahn eine elektronische Längenmessung vorgenommen. Mit der gemessenen Länge wird nun in jeden Kanal ein Instrument eingebracht und ein Referenzröntgenbild erstellt. Mit diesen beiden Informationen (elektronische Messung und Röntgenbild) wird die genaue Länge aller Kanäle festgelegt.

Jetzt kann schrittweise mit speziellen Instrumenten eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Kanäle erfolgen.

Im Foto oben sehen wir die gereinigten und getrockneten Kanäle der vorderen Wurzel. Die roten Markierungen dienen zur genauen Längenkontrolle der Instrumente.

Es folgen die Wurzelfüllungen. Zunächst werden die Wurzelspitzen abgefüllt. Wir schauen hier 15mm tief in die Kanäle hinein auf das eingebrachte erste Füllmaterial (rosa).

Jetzt muss eine Röntgenkontrolle erfolgen, ob diese Füllungen lang genug und dicht genug sitzen, denn in dieser Phase kann noch eine Korrektur erfolgen. Das Röntgenbild zeigt aber, dass alle Kanäle in der richtigen Länge abgefüllt sind.

Die Kanäle werden jetzt portionsweise bis zum Eingang aufgefüllt.

Damit in Zukunft keine Bakterien aus der Mundhöhle in den Zahn eindringen können, verschließen wir mit einer bakteriendichten Komposit-Füllung den Zahn bis in die Kanaleingänge hinein. Hierzu wird der Zahn im Bereich der späteren Füllung gründlich von Wurzelfüllmaterial-Resten befreit, damit ein guter Verbund zwischen Füllung und Zahnsubstanz zustande kommt. Das obere Foto zeigt den Zahn fertig vorbereitet für die Komposit-Füllung.

Der Zahn wird zweischichtig verschlossen...

...und eine abschließende Röntgenkontrolle ausgeführt.

So, geschafft! Nach gründlicher Reinigung des Zahns hat der Körper nun die Möglichkeit, von selbst die Vereiterung an der Wurzelspitze zur Ausheilung zu bringen.

Der Zeitaufwand einer derartigen Behandlung ist in der Regel 2 bis 3 Stunden in einer Sitzung.

 

 

Ein halbes Jahr später erfolgte die Röntgenkontrolle. Die Entzündung war ausgeheilt und der Patient frei von Beschwerden. Spätestens jetzt sollte eine Überkronung erfolgen, um die geschwächte Zahnsubstanz zu schützen und damit einen Bruch des Zahns zu vermeiden.